Ein Lebenszeichen von Open Space!

Seit dem letzten Blogeintrag ist zugegebenermaßen jede Menge Wasser sämtlicher Flüsse herauf und herunter geflossen. Mit anderen Worten er liegt weit zurück. Die Gründe dafür sind vielfältig. Einer von ihnen ist, dass Open Space über die Wintermonate von unabhängigen Freiwilligen weitergeführt wurde, die meist kurze Zeitabschnitte in Drama verbracht haben und deren Kapazität dementsprechend begrenzt war. Zudem hatten Blogeinträge in diesem Kontext nicht die gleiche Priorität, wie die direkte Arbeit mit den verschiedensten Menschen, die Open Space besuchen. Doch das Projekt existiert weiterhin und für die nächsten sechs Monate sind zwei der Begründer*innen permanent vor Ort, wodurch wieder mehr Stabilität entstehen soll, sowie langfristige konzeptionelle Ziele in den Fokus rücken.

Eines davon ist die Bekämpfung der Isolation, in der sich Geflüchtete im Lager weiterhin befinden, durch den Kontaktaufbau mit Menschen aus Drama. Zu diesem Zweck soll sich in nächster Zeit eine offene Küche in den Räumen von Open Space und vor allem in dessen blühendem Garten etablieren. Das Konzept der „Küche für alle“ bietet vielerorts einen Raum für Begegnung und Austausch beim gemeinsamen Kochen und Essen. Auch die Gestaltung des Gartens, in dem wir Gemüse anpflanzen, Tarpes spannen und Möbel bauen, trägt dazu bei, gemeinsam einen Ort zu schaffen, an dem verschiedenste Menschen gerne ihre Zeit verbringen.

Ein weiteres Ziel hat gerade in den letzten Monaten für uns zusehends an Bedeutung und Aktualität gewonnen: Die Versorgung der geflüchteten Menschen mit den Informationen, die sie brauchen um  fundamentale Entscheidungen zu treffen. Wir sind immer wieder mit Familientragödien konfrontiert, die teilweise auch auf unrealistischen Einschätzungen durch fehlende Informationen über die eigenen rechtlichen Möglichkeiten beruhen. Dabei darf unserer Ansicht nach nicht vergessen werden, wo die tieferen Gründe für diese Tragödien wurzeln. Das Europäische Grenzregime wartet weiterhin mit Asylrechtsverschärfungen, Aufnahmestopps und Abschiebungen auf. Tendenz steigend. Die politischen Entscheidungen in Deutschland und anderen EU-Staaten der letzten Monate haben direkten Einfluss auf die Situation der Menschen, die in Griechenland verzweifelt auf eine Möglichkeit warten, ihren Fluchtweg fortzusetzen. Bei all der gesetzlichen Härte, die diesen Menschen tagtäglich begegnet, ist das Wissen über die eigenen Rechte ein Instrument, das im Zweifel helfen kann, die eigene Lage besser einzuschätzen und dementsprechend zu handeln.

Auch wir als Open Space Team wollen trotz der weiterhin schwierigen Gesamtsituation mit der wir konfrontiert werden, nicht unsere Handlungsfähigkeit verlieren und sehen dem Frühling daher mit einer Gruppe neuer Mitarbeiter*innen, neuen Einflüssen und voller Energie entgegen.

 

 

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